Trichotillomanie – was ist sie und wie verläuft die Behandlung?

Die Haare sind eine von wichtigsten Merkmalen unseres Aussehens. Üppige Frisur kann der Vorzug sein, deshalb gibt es das Interesse für die Kosmetikfriseurpräparate und die Friseurkosmetikeingriffe. Davon, dass die Haare wichtig sind, zeugt beispielweise erhebliche Anzahl der Begriffe in umgangssprachlicher Sprache, die mit den Haaren verbunden sind. Wir mögen nicht, wenn jemand Haarspalterei betreibt, wir wollen, damit man uns kein Haar krümmen wird und das Haarausreißen ist die Metapher, die den Zustand außerordentlicher Aufregung und der Machtlosigkeit beschreibt. Doch bei manchen Personen wird diese Metapher innerer Zwang. Diese Personen leiden an der Trichotillomanie, hemmungslosem, pausenlosem Ausreißen eigener Haare.

Trichotillomanie – allgemeine Informationen

Die Trichotillomanie ist die Störung mit psychischer Grundlage, die sich durch pathologisches Ausreißen der Haare durch den Kranken anzeigt. Das ist häufig unkontrollierter Reflex. Das Niveau des Bewusstseins dieses Verhaltens kann such bei einzelnen Personen unterscheiden, die durch die Störung befallen werden. Am häufigsten betrifft dieses Problem das Ausreißen der Haare aus dem Kopf, seltener wird das Ausreißen der Augenbrauen, der Wimpern und auch der Haare aus dem Bartwuchs, der Schamhaare oder der Haare aus anderen Bereichen des Körpers beobachtet. Manchmal ist das Ausreißen der Haare bei den Patienten mit kurz dauernder Lösung innerer Anspannung verbunden. Aus diesem Grund gerade kann die Trichotillomanie zu den Problemen mit richtiger Lösung der Emotionen führen. Weil die Störung sichtbare Spuren lässt (manche Patienten reißen sich alle Haare aus), wird ihre Selbstbewertung und Selbstakzeptanz gestört. Soziale Beziehungen der Personen, die durch das Problem befallen werden, leiden aus diesem Grund, weil sie sich selbst entfremden, da das Bewusstsein des Fehlens des Verständnisses seitens der Umgebung ihnen quält. Andererseits wünscht der Teil der Patienten, sich vom Ausreißen der Haare zurückzuhalten und die Unmöglichkeit selbstständiger Beherrschung dieses Triebs führt sie zur Frustration, die sich vertieft.

Arten der Trichotillomanie und Diagnostik

Die Trichotillomanie ist die Störung mit chronischem Charakter. Erste Episoden des Ausreißens der Hare können bei den Patienten im verschiedenen Alter auftreten, aber gewöhnlich erfolgt es in der Periode der Kindheit oder der Reifung. Es wird angenommen, dass die Trichotillomanie die Störung der Kontrolle der Impulse ist, die bei erwachsenen Personen auftritt. Aus diesem Grund kann das Ausreißen der Haare durch die Kinder nicht als diese Art der Störung klassifiziert werden. Das Problem tritt erheblich häufiger bei den Frauen als bei den Männern (5-10-fach häufiger) auf. Wegen des Niveaus des Bewusstseins des Patienten in Bezug auf eigene Störung werden verschiedene Typen der Trichotillomanie unterscheidet:

  • automatisch -wenn der Patient sich die Haare völlig unbewusst ausreißt
  • konzentriert – der Patient konzentriert sich auf die Tätigkeit des Ausreißens, die selbst häufig durch das Gefühl der Anspannung eingeleitet wird, nach der die Entspannung erfolgt
  • dissoziativ – wenn die Person, die durch die Störung befallen wird, reißt sich die Haare im Zustand aus, der an die Trance erinnert.

Der Ausreißen eigener Haare aus dem Kopf oder anderen Bereichen des Körpers kann durch zusätzliche Störungen begleitet werden, zu denen zum Beispiel innerer Zwang des Ausreißen des Fells der Tiere und auch des Auszupfens der Haare aus den Teppichen oder der Haare aus den Pullovern gehört. Zusätzlich leidet der Teil der Patienten an der Trichophagie, das heißt dem Trieb, der zum Essen ausgerissener Haare zwangt. Die Trichophagie verursacht sehr häufig zusätzliche Gesundheitsprobleme seitens des Verdauungstrakts.

Die Trichotillomanie gehört zu den Störungen des Verhaltens und wird manchmal als die Störung der Gewohnheiten und der Triebe oder die Störung der Kontrolle der Impulse klassifiziert, die im Spektrum der Zwangsstörungen platziert werden. Die Ursachen der Erkrankung werden nicht völlig erkannt, sie können genetische Mutationen, biochemische Unrichtigkeiten in der Wirkung des Gehirns umfassen, obwohl die Trichotillomanie sich auch infolge traumatischer Erfahrungen in der Kindheit oder als der Nebeneffekt der Depression entwickeln kann. Zusätzlich erscheint kompulsives Ausreißen der Haare häufig in der Kombination mit dem Tourette-Syndrom. Viele Psychiater meinen, dass psychische Störungen, einschließlich der Trichotillomanie, erblichen Charakter haben können.

Gemäß der Klassifikation psychischer Störungen des Amerikanischen Psychiatrischen Vereins wird die Trichotillomanie im Fall des Auftretens folgender Faktoren diagnostiziert:

  • des verstärkenden Ausreißen eigener Haare durch den Patienten, das zu sichtbaren Verlusten in der Behaarung führt
  • des zunehmenden Gefühls der Anspannung direkt vor dem Beginn der Tätigkeit des Ausreißens der Haare oder in der Situation des Versuchs des Widersetzens dem Trieb
  • der Empfindung des Vergnügens, der Zufriedenheit oder der Erleichterung durch den Patienten während und nach dem Ausreißen eigener Haare
  • des Fehlens des Zusammenhangs zwischen der Tätigkeit des Ausreißens der Haare und anderen psychischen Störungen mit anderer Grundlage
  • der Beeinträchtigung sozialer Beziehungen des Kranken, der Reduzierung des Gefühls der Selbstakzeptanz, der Frustration, der Traurigkeit

Sichtbare Symptome der Trichotillomanie, Einfluss auf den Zustand der Haare

Die Trichotillomanie verursacht sichtbare Auslichtung der Haare im Bereich behaarter Haut des Kopfs, des Gesichts oder anderer Stellen auf dem Körper. Das Niveau der Sichtbarkeit der Änderungen ist abhängig einerseits vom Fortschritt des Prozesses der Störung beim Patienten und andererseits wiederum von der Stelle des Ausreißens der Haare. Selbstverständlich sind die Stellen des Ausreißens der Haare auf dem Kopf am einfachsten zu bemerken. Die Herde der Kahlköpfigkeit haben in diesem Fall unregelmäßige Gestalt und ausgefranste Ränder. In sehr fortgeschrittenen Fällen reißen die Patienten sich fast alle Haare aus.

Die Antwort auf die Frage nach dem Einfluss der Trichotillomanie auf die Kondition nachwachsender Haare ist nicht eindeutig. Wenn während des Ausreißens der Haare der Patient die Flaumhaare nicht beschädigen wird, sollen die Haare nach einiger Zeit eigenständig nachzuwachsen beginnen. Manchmal doch wachsen alle diese Haare nicht gleichzeitig nach und dadurch ist der Nachwuchs ziemlich schütter, zusätzlich können nachwachsende Haare abgeschwächt und brüchig sein. Die Situation kompliziert sich, wenn es zur Beschädigung der Flaumhaare kam. Dann ist eigenständiger Nachwuchs der Haare nicht möglich. Wesentlich auch ist die Frage der Zeit, die brauchbar für den Nachwuchs der Haare und die Verschlechterung des psychischen Zustands des Patienten während dieses Nachwuchses sind. Die Patienten, die durch die Trichotillomanie befallen werden, bemühen sich, ihre Unpässlichkeit von der Umgebung zu verstecken. Lang dauernde Wartung auf den Nachwuchs der Haare (und somit dauerhafte Aufrechthaltung sichtbarer Effekte des Ausreißen der Haare) ist der Grund für die Vertiefung starker Frustration. Deshalb so wichtig ist schneller Beginn vielschichtiger Behandlung und der Eingriffe, die zum Zweck die Unterstützung des Nachwuchses der Haare haben.

Pharmakologische Behandlung und Psychotherapie

Weil die Trichotillomanie psychische Störung ist, die sowohl biologische, als auch soziale Grundlage haben kann, notwendig wird die Durchführung sehr detaillierter Anamnese mit dem Patienten. Gewöhnlich unerlässlich ist die Implementation psychiatrischer Behandlung, die mit der Psychotherapie kombiniert wird. Pharmakologische Behandlung der Trichotillomanie konzentriert sich auf die Beseitigung biologischer Mechanismen, die kompulsive Verhalten bedingen können. Die Arzneimittel sind in diesem Fall ähnlich diesen Arzneimitteln, die bei der Depression, sozialen Phobien oder dem Asperger-Syndrom verwandt werden, weil ihr Zweck selektive Verlangsamung der Wiederaufnahme der Serotonin ist. Die Psychotherapie umfasst gewöhnlich verschiedene Formen der Verhaltensunterrichte, deren Zweck die Dämpfung nicht akzeptierter Triebe durch das Finden anderer Weise der Lösung der Anspannungen ist.

Hilfe des Trichologen im Fall der Trichotillomanie

Die Kur, die durch den Trichologen geführt wird, soll gleichzeitig mit psychotherapeutisch-pharmakologischen Handlungen stattfinden. Trichologische Eingriffe können bei der Anregung des Wuchses der Haare sogar in den Situationen helfen, wenn es zur Beschädigung der Flaumhaare kam. Das ist außergewöhnlich wesentlich, weil schneller Nachwuchs der Haare erheblich die Stimmung der Person verbessert, die durch die Störung befallen wird und erleichtert die Führung sonstiger Formen der Behandlung und reduziert das Risiko des Rückfalls der Krankheit.

Die Eingriffe im Arztzimmer des Trichologen können verschiedene Arten der Mesotherapie, die Carboxytherapie, die Kryomassage und auch die Fotochemotherapie PUVA/UVB/UVA umfassen. Die Mesotherapie (die Nadelmesotherapie, die Mikronadelmesotherapie und nadellose Mesotherapie) ist der Eingriff, während dessen die Nahrungsmittel, die den Wuchs der Haare anregen, werden direkt in die Haut des Kopfs und die Flaumhaare des Patienten verabreicht. Im Fall der Trichotillomanie ist thrombozytenreiches Plasma, die früher vom Patienten entnommen wurde, die Substanz, die zur Anregung der Wirkung der Flaumhaare verwandt wird. Der Eingriff der Carboxytherapie besteht in den Injektionen des Kohlendioxids, die den Kreislauf und somit die Durchblutung der Haut anregen. Besser durchblutete Flaumhaare beginnen schneller die Wirkung. Die Verwendung der Kryotherapie dank der Verabreichung des Distickstoffmonoxids führt zur biologischen Erneuerung. Die Fotochemotherapie ist die Methode der Anregung des Wuchses der Haare, die hauptsächlich im Fall des kreisrunden Haarausfalls verwandt wird. Sie besteht in der Verabreichung lichtempfindlicher Substanz in die Haut des Patienten und dann der Bestrahlung dieser Stellen, was den Entzündungszustand hervorrufen soll. Seine Aufgabe ist auch die Verstärkung der Durchblutung dieses Bereichs und die Anregung der Wirkung der Flaumhaare. Zusätzlich kann der Wuchs der Haare mittels der Vitaminpräparate (besonders mit den Vitaminen E, B12, C) und der Präparate stimuliert werden, die in ihrer Zusammensetzung Selen, Niacin oder Biotin in großen Dosen enthalten. Das Einreiben des Rosmarinöls oder des Auszugs aus der Klette, dem Schachtelhalm oder dem Bockshornklee kann helfen. Spezielle Kräutermischungen sind verfügbar in den Apotheken. In den Haushaltsbedingungen kann man auch die Massage mit Dermaroller, besonders vor der Verwendung der Einreibemittel durchführen. Dermaroller öffnet die Poren in der Haut und die Ausläufe der Flaumhaare und erleichtert den Nahrungsmitteln das Hineindringen in die Haut. Keine von diesen Methoden garantiert hundertprozentige Wirksamkeit, aber ihre konsequente Verwendung in mindestens einigen Serien kann wertvolle Ergänzung pharmakologischer Wirkungen sein. Es ist bekannt, dass der Zweck der Heilhandlungen die Beseitigung der Ursache des Problems, das heißt des Ausreißens der Haare  ist, das durch den Trieb gezwungen wird. Trichologische Eingriffe haben wiederum zum Zweck möglichst schnelle Wiederherstellung des Zustands von vor der Krankheitsepisode, das heißt so volle Regeneration der Haare wie möglich.

Manchmal doch wachsen die Haare langsam nach. Im Fall, wenn die Flaumhaare beschädigt wurden, kann der Prozess der Regeneration lange und mühselig sein und seine Effekte nicht sicher sein. Doch bedrücken sichtbare Spuren des Ausreißens der Haare den Patienten und rufen bei ihm die Frustration und die Entmutigung zu weiteren Heilversuchen hervor. In solchen Situationen kann optimale Lösung die Transplantation der Haare sein. Derzeitig gewinnt die Methode FUE immer größere Popularität. Während des Eingriffs entnimmt der Arzt die Flaumhaare aus behaartem Teil des Kopfs und platziert sie im Bereich ohne die Haare. Die Methode erfordert nicht die Benutzung des Skalpells und die Zeit der Rekonvaleszenz ist nicht lange. Der Patient kann fast sofort zur üblichen Aktivität zurückkehren. Nach einigen Wochen von der Durchführung des Eingriffs der Transplantation sind ihre Effekte schon sichtbar. Zusätzlicher Vorzug ist ihr dauerhafter Effekt.

Zusammenfassung

Die Trichotillomanie ist das Problem mit komplexer Ethiogenese, deshalb müssen heilsam-therapeutische Handlungen gleichzeitig in vielen Schichten geführt werden. In vielen Fällen notwendig ist der Beginn pharmakologischer Behandlung und der Verhaltenspsychotherapie. Dank der Möglichkeit der Verwendung trichologischer Eingriffe, die durch die Anwendung der Kosmetika und der Wirkstoffe, die die Flaumhaare anregen und den Eingriff der Transplantation der Haare im Fall ihres verlangsamten Nachwuchses unterstützt werden, hat der Patient die Chance auf schnelle Genesung, den Wiederaufbau seiner Selbstbewertung und sozialer Beziehungen.

 

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